Vollkorn, Hülsenfrüchte und Co.
die heimlichen Superstars auf dem Teller
Linsen und Kichererbsen sind köstlich – viele Kinder wissen nur noch nicht davon. Erfahren Sie hier, warum Vollkorn, Hülsenfrüchte und Co. schon in der Kita zur gesunden Ernährung dazugehören sollten. Und: Wie können Sie Kinder dafür begeistern?
Hm, lecker, Vollkornpizza! Haben Sie das schon mal von Ihren Kindern gehört? Oder auch: Endlich wieder Erbsen! Nein, noch nicht? Damit sind Sie nicht allein. Die wenigsten Kinder essen Vollkorn oder Hülsenfrüchte ohne zu murren, vor allem wenn sie diese nicht von klein auf gewohnt sind.
Und mal ehrlich: Auch wir Erwachsenen haben oft unsere Vorurteile gegenüber Vollkorn und Co.
Daher landen sie im Familienalltag viel zu selten auf dem Teller. Das ist schade. Denn sie machen für eine gesunde Ernährung von Kita-Kindern, aber auch bei uns allen, einen großen Unterschied. Wir erklären, warum diese oftmals unterschätzten Lebensmittel echte Superstars sind.
Warum Vollkorn, Hülsenfrüchte und Co. so gesund sind
In diesen Lebensmitteln steckt viel Gutes.
Das sind die wichtigsten Vorteile:
1. Vollkorn: Vollkornprodukte werden, wie der Name sagt, aus dem vollen Korn gewonnen. Dabei bleiben der Keimling und die äußeren Schichten erhalten – und genau dort stecken die meisten Nährstoffe. Vollkorn enthält viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium. Vor allem die Ballaststoffe machen es so wertvoll: Sie tun der Zahngesundheit gut, fördern die Verdauung, unterstützen das Knochenwachstum und beugen Krankheiten wie Diabetes vor.
2. Hülsenfrüchte: Auch sie enthalten viele wichtige Nährstoffe wie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Besonders wertvoll sind sie aber, weil sie viel pflanzliches Eiweiß liefern – bei Bohnen, Erbsen und Linsen sind es zwischen fünf und elf Prozent. Ein kleiner Nachteil der gesunden Hülsenfrüchte: Sie bescheren uns oft unerwünschte Nebenwirkungen wie Blähungen. Das ist aber kein Grund, auf sie zu verzichten. Dazu sind sie viel zu gesund, machen pappsatt und stärken auf lange Sicht die Darmflora und somit die Verdauung. Es gibt einige schlaue Tricks, um Hülsenfrüchte verträglicher zu machen: vor dem Kochen einweichen und pürieren zum Beispiel.
3. Haferflocken: Sie liefern ebenfalls wichtige Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Für Kinder sind sie besonders wertvoll, da sie lange satt machen und viel Energie bringen. Sie unterstützen die Verdauung und beugen Verstopfungen vor. Zudem können sie den Blutzucker stabilisieren.
Warum Vollkorn, Hülsenfrüchte und Haferflocken so gesund sind, wissen Sie jetzt. Leider sind Kinder da oft anderer Meinung. Vollkornbrot – bäh! Erbsen – igitt! Woher kommt das?
Warum Kinder bei Vollkorn und Co. oft skeptisch sind
Bitter, körnig oder mehlig: Vollkorn und Co. schmecken für Kinder oft ungewohnt – zumindest, wenn sie damit nicht von Anfang an vertraut sind. Der Geschmack ist ihnen zu herb und die Konsistenz zu „stückig“. Außerdem muss man mehr kauen als bei Toast oder Joghurt – anstrengend! So bleibt der Teller mit der gesunden Vollkornstulle oder dem Haferflockenbrei schon mal stehen. Auch die Sache mit den Blähungen hält einige Kinder von Hülsenfrüchten eher ab.
Das ist aber kein Grund zur Sorge, und erst recht kein Grund, aufzugeben. Kinder können sich langsam an den kräftigeren Vollkorn-Geschmack, an sämige Linsen und körnige Haferflocken gewöhnen. Wenn Sie ihnen die „fremden“ Lebensmittel immer wieder ohne Druck anbieten, stehen die Chancen gut, dass sie Linsen und Co. bald akzeptieren oder sogar richtig gerne futtern.
Also sind nicht die Bohnen, nicht die Erbsen und auch nicht die Haferflocken das Problem. Es kommt darauf an, wie wir sie den Kindern vorstellen. Sie möchten ein bisschen nachhelfen und Kindern Vollkorn, Hülsenfrüchte und Co. schmackhaft machen?
Hier sind unsere besten Tricks dafür.
5 einfache Tipps für mehr Vollkorn im Alltag
1. Mischen Sie helles und dunkles Mehl, um Ihre Kinder an den Geschmack von Vollkornprodukten zu gewöhnen. So stellt sich auch ihr Verdauungssystem langsam auf die Mehrarbeit ein.
2. Kombinieren Sie Vollkornprodukte mit den Lieblingsgerichten Ihrer Kinder. Vollkornnudeln mit der vertrauten Tomatensoße – hmmm, lecker, das schmeckt, auch wenn die Nudeln anders sind.
3. Lassen Sie die körnigen Bestandteile zunächst weg und kaufen Sie fein vermahlenes Vollkornbrot – das lässt sich leichter kauen. Bei Haferflocken nehmen Sie am besten die zarten statt der kernigen.
4. Servieren Sie bei Linsen, Kichererbsen und Co. zunächst kleine Mengen, versteckt in bekannten Speisen wie Bratlingen oder Salat. Pürieren Sie Hülsenfrüchte zu Suppe, Aufstrich oder Soße.
5. Richten Sie die Hülsenfrüchte auf dem Teller ansprechend an und geben Sie Ihren Gerichten lustige Namen wie „Prinzessin auf der Erbse“ oder „Zauber-Bohnen“. Das kann Wunder wirken.
So kommt mehr Vollkorn in die Brotdose
Vollkorn, Hülsenfrüchte und Haferflocken können Ihrem Kind wahre Superkräfte verleihen. Sie machen lange satt und liefern viel Energie für den langen Kita- oder Schultag. Darum gehören Vollkorn und Co. in jede Brotdose. Wir haben ein paar schnelle und leckere Ideen:
• Als gute Grundlage: Vollkornbrot mit Kichererbsen-Hummus, Gurke, Karotte oder Paprika – den selbstgemachten Hummus können Sie aufs Brot streichen oder zum Dippen mitgeben.
• Zum Sattwerden: Falafel oder Linsen-Bratlinge vom Vortag – in dieser Form mögen Kinder Hülsenfrüchte meistens lieber als pur und sie schmecken auch kalt gut.
• Zum Knabbern: Haferflocken-Kekse oder geröstete Kichererbsen – viel gesünder als Chips oder Sü.igkeiten. Die Kekse lassen sich mit Rosinen oder Cranberries verfeinern.
Vollkorn und Hülsenfrüchte?
Gibt es bei Ratatouille oft!
Kichererbsen, Linsen und Hafer sind in vielen Essen enthalten, die wir an Kitas ausliefern. Sogar Erbsen und weiße Bohnen kommen bei uns auf den Teller. Wir kombinieren sie pfiffig mit den Speisen, die Kinder erfahrungsgemäß sehr gerne mögen, zum Beispiel Kartoffeln oder Bio-Pasta. Und auch Vollkorn ist ein fester Bestandteil in unserer Kinderküche, etwa bei Brot und Nudeln.
Frei nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ bauen wir Hülsenfrüchte und Co. regelmäßig in unsere Speisepläne ein. Wir wissen, dass Kinder keine perfekt angerichteten Mahlzeiten mit viel Schnickschnack brauchen. Sie brauchen vor allem gute Gewohnheiten, die sich nach und nach aufbauen – durch Vormachen, Motivieren, Probieren, am besten ohne erhobenen Zeigefinger.
Mit einer großen Portion Geduld zum Lieblingsessen
Vollkorn, Hülsenfrüchte und Haferflocken sind wichtige Bausteine für eine gesunde Ernährung. Davon dürfen wir alle ruhig mehr essen. Geben Sie Kindern trotzdem genügend Zeit, um sich mit diesen Lebensmitteln vertraut zu machen. Mit Vollkorn und Co. ist es manchmal ein bisschen wie mit den besten Freund*innen: Es braucht erst eine Weile, bis man miteinander warm wird – und plötzlich ist man unzertrennlich. Versuchen Sie es also nicht mit Druck, sondern mit Motivation und kleinen Tricks. Keine Sorge, Ihre Kinder werden sich nach und nach mit den „neuen“ Lebensmitteln anfreunden.
Wann ist Vollkorn wirklich Vollkorn?
Ein Produkt darf „Vollkorn“ heißen, wenn es zu mindestens 90 Prozent aus Vollkornmehl oder Vollkornschrot besteht. Bei Vollkorn sind der Mehlkörper, der Keimling und die Schale des Korns vorhanden. Nur die nicht essbaren Teile wie die Hülse dürfen im Verarbeitungsprozess entfernt werden.
Wussten Sie schon?
Hülsenfrüchte sind nicht nur gesund. Sie haben auch eine gute Klimabilanz, weil sie im Vergleich wenig Wasser benötigen und den Boden verbessern. Sie verwandeln Stickstoff aus der Luft und stellen somit ihren eigenen Dünger her.

